Stromverbrauch im Unternehmen messen: So lassen sich Energiekosten senken

Stromverbrauch

Steigende Energiepreise machen den Stromverbrauch für viele Unternehmen zu einem relevanten Kostenfaktor. Gleichzeitig ist in der Praxis oft gar nicht genau bekannt, welche Anlagen, Maschinen oder Bereiche besonders viel Energie benötigen. Die monatliche oder jährliche Stromrechnung zeigt zwar den Gesamtverbrauch, liefert aber kaum Hinweise darauf, wo Einsparpotenziale liegen. Eine gezielte Messung kann dabei helfen, den Energieverbrauch genauer zu erfassen und unnötige Kosten zu vermeiden.

Wo entsteht im Unternehmen der größte Stromverbrauch?

Welche Bereiche besonders viel Strom benötigen, hängt stark von der Branche und der Größe des Betriebs ab. In Produktionsunternehmen zählen Maschinen und Fertigungsanlagen häufig zu den größten Verbrauchern. In Bürogebäuden können dagegen eher Beleuchtung, Klimatisierung, Lüftung sowie die technische Ausstattung einen erheblichen Anteil ausmachen.

Auch Serverräume, Kühlanlagen, Pumpen und elektrische Heizsysteme können den Energiebedarf erhöhen. Hinzu kommen Geräte, die außerhalb der eigentlichen Betriebszeiten weiterlaufen. Gerade bei größeren Standorten kann es deshalb schwierig sein, ohne konkrete Messdaten zu erkennen, wo der Strom tatsächlich verbraucht wird.

Elektrische Werte erfassen

Für eine erste technische Analyse kommen unterschiedliche Messgeräte zum Einsatz. Ein Multimeter kann Spannung, Stromstärke und Widerstand messen und damit bei der Untersuchung elektrischer Anlagen und Geräte eingesetzt werden. Für die Erfassung des tatsächlichen Energieverbrauchs über einen längeren Zeitraum sind je nach Anwendung aber weitere Messgeräte oder fest installierte Energiemesssysteme erforderlich.

Wichtig ist zunächst die Frage, welche Daten für die jeweilige Untersuchung benötigt werden. Eine einzelne Messung kann beispielsweise zeigen, welche Leistung eine Maschine in einem bestimmten Betriebszustand aufnimmt. Für eine umfassende Bewertung ist dagegen häufig interessant, wie sich der Verbrauch über einen kompletten Arbeitstag oder verschiedene Produktionszyklen verändert.

Bei elektrischen Messungen an Anlagen und Installationen müssen zudem die geltenden Sicherheitsvorschriften berücksichtigt werden. Arbeiten an elektrischen Anlagen gehören in der Regel in die Hände entsprechend qualifizierter Fachkräfte.

Verbrauch einzelner Anlagen vergleichen

Messungen können sichtbar machen, welche Anlagen besonders viel Energie benötigen. Dabei lohnt sich ein Vergleich ähnlicher Maschinen oder Produktionslinien. Weichen die Verbrauchswerte deutlich voneinander ab, kann dies ein Hinweis auf unterschiedliche Betriebsbedingungen oder einen erhöhten Energiebedarf einer Anlage sein.

Auch die Betriebszeiten spielen eine wichtige Rolle. Eine Maschine mit hoher Leistungsaufnahme muss nicht zwangsläufig den größten Anteil am Gesamtverbrauch verursachen, wenn sie nur wenige Stunden pro Woche eingesetzt wird. Umgekehrt kann eine weniger leistungsstarke Anlage durch lange Laufzeiten erheblich zum Stromverbrauch beitragen.

Deshalb sollten Unternehmen nicht nur einzelne Momentaufnahmen betrachten. Messungen über längere Zeiträume liefern ein realistischeres Bild des tatsächlichen Energiebedarfs.

Einsparpotenziale im Betrieb erkennen

Sind die wichtigsten Verbrauchsdaten bekannt, lassen sich gezielter Maßnahmen ableiten. In manchen Fällen reicht es bereits aus, Betriebszeiten anzupassen oder Anlagen außerhalb der Nutzungszeiten vollständig abzuschalten. Auch eine bessere Wartung kann den Energieverbrauch beeinflussen. Maschinen und technische Anlagen, die nicht optimal arbeiten, können unter Umständen mehr Energie benötigen als vorgesehen.

Bei älteren Anlagen kann außerdem ein Vergleich mit moderneren Modellen sinnvoll sein. Dabei sollte nicht allein der Anschaffungspreis betrachtet werden. Auch der langfristige Energieverbrauch gehört zu den Kosten, die bei einer Investitionsentscheidung berücksichtigt werden können.

Messungen als Teil des Energiemanagements

Eine einmalige Messung ist ein guter Ausgangspunkt, ersetzt aber eher keine kontinuierliche Betrachtung des Energieverbrauchs. Unternehmen können Verbrauchsdaten aber regelmäßig erfassen und miteinander vergleichen. Dadurch lassen sich Veränderungen dann wirklich feststellen und die Wirkung von Energiesparmaßnahmen überprüfen.

Besonders bei größeren Betrieben kann ein strukturiertes Energiemanagement dabei helfen, Verbrauchsschwerpunkte systematisch zu erfassen. Je genauer bekannt ist, wann und wo Energie benötigt wird, desto leichter lassen sich solche Maßnahmen priorisieren.

Wer den Stromverbrauch nicht nur anhand der Abrechnung betrachtet, sondern einzelne Verbraucher und Anlagen genauer untersucht, erhält damit eine bessere Grundlage für Entscheidungen. Messdaten können zeigen, an welchen Stellen sich Investitionen, technische Anpassungen oder Änderungen im Betriebsablauf tatsächlich lohnen.

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